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Die Wünschelrute ? geniales Messinstrument oder Humbug?

Was ist dran am Rutengehen?, Seite 2/2

Wie arbeitet man mit der Wünschelrute?

Fast jeder hat schon einmal eine Wünschelrute gesehen. Die gängigste Form der Rute ist die V-förmige Gabelrute. Der Volksmund ist der Meinung, dass eine Rute aus elastischem, frischem Weidenholz die besten Ergebnisse bringt. Doch können Ruten grundsätzlich aus den verschiedensten elastischen Materialien (z.B. Kunststoff, Federstahldraht) angefertigt sein. Man hält die Rute in Form eines "Y" fest umschlossen in den Händen vor der Brust, so dass der Stiel der Gabel in die Waagerechte zeigt. Nun schreitet man entspannt und mit möglichst lockeren Händen langsam auf dem Erdboden auf und ab und spürt in sich hinein. Falls Sie Talent zum Rutengehen haben, werden Sie es von ganz alleine merken, die Rute schlägt aus.

Was sagt die Wissenschaft?

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e. V. (GWUP), ein gemeinnützig anerkannter Verein, in dem sich über 700 Wissenschaftler und wissenschaftlich Interessierte für die Förderung der Wissenschaften und des kritischen Denkens einsetzen, hat sich der Wünschelrutenthematik angenommen. Sie führte 1990 in Kassel eine eigene Untersuchung durch, um der Frage nachzugehen, ob Wünschelrutengänger in der Lage seien, das Fließen von Wasser in einer Leitung zu erkennen.

Ein weiteres Experiment untersuchte, ob Wünschelrutengänger feststellen können, in welche von zehn Kisten ein Gegenstand ihrer Wahl gelegt worden war. Obwohl die teilnehmenden Wünschelrutengänger vor dem Versuch überzeugt waren, dass diese Aufgaben für sie einfach zu lösen seien und ihnen unter nicht-verblindeten Versuchsbedingungen auch gelangen, unterschieden sich die Testergebnisse nicht von einer Zufallsverteilung: Man hätte statt Wünschelrutengehen auch einfach raten oder eine Münze werfen können.

Die James Randi Foundation in Fort Lauderdale, Florida, hat seit Jahren für den Nachweis von paranormalen Phänomenen wie einer Ortung durch Wünschelruten unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen eine Erfolgsprämie von US $ 1.000.000 ausgesetzt. Vortests hierzu wurden u.a. von der GWUP im Biozentrum der Universität Würzburg durchgeführt. Trotz zahlreicher Versuche konnte bislang noch kein Wünschelrutengänger die behaupteten "radiästhetischen" Fähigkeiten im kontrollierten Laborversuch vorführen - die Prämie wartet immer noch auf ihre Auszahlung.

Ein trauriges Ergebnis für die Wünschelrute – aber nicht unbedingt ein abschließendes und endgültiges, denn es gibt immer wieder unerklärliche Erfolge einzelner Rutengänger. Vielleicht ist das erfolgreiche Rutengehen wirklich ein seltenes, aber dennoch existentes Talent.

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