Mythos SchamanismusSchamanen ? Dolmetscher der Seelen, 2/2 |
Die Reise durch die Welten
Voraussetzung für so eine Reise ist, das der Schamane seine Seele vom Körper trennt.
Hierzu werden aufwändige Zeremonien veranstaltet. Der Schamane trägt ein Kostüm, mit zahlreichen Anhängseln aus Steinen, Nüssen und anderen Stoffen – manche Kostüme wiegen bis zu zwanzig Kilogramm! Häufig hat der Schamane bei seiner Zeremonie eine große Trommel umgehängt, mit der er seinen Tanz untermalt. Die Trennung von Seele und Körper geschieht in einem Zustand der Ekstase, die auf vielerlei Wege erreicht werden kann, so zum Beispiel durch Rauschmittel wie Kava-Kava oder halluzinogene Pilze, Tanz, Musik oder eine Kombination dieser Elemente.
In schamanistischen Heilungszeremonien, die über 11 Tage lang dauern können, bringt sich der Schamane, meistens angefeuert und unterstützt von seiner Gemeinschaft, durch Trommeln, Tanzen, Beten und Singen langsam immer tiefer in diesen Zustand der Ekstase, bis er in eine Art Ohnmacht fällt – dann ist die Trennung von Seele und Körper vollzogen und die Reise des Schamanen beginnt.
Zum Schamanen berufen
Man kann sich vorstellen, dass Schamanen in ihrer Gemeinschaft ein hohes Ansehen genossen. Trotzdem hatten sie aber, was ihre sonstige Lebensführung angeht, innerhalb ihrer Sippe oder ihres Clans keine Sonderstellung, sondern sie betätigten sich im Alltag ebenfalls als Hirten oder Bauer, auch wurden Schamanen für ihre Tätigkeit selten besonders belohnt.
Die klassischen Schamanen wurden von einer Gruppe von Geistern berufen. Häufig waren dies Ahnengeister der Sippe, die vom verstorbenen Sippenschamanen auf seinen Nachfolger übergehen. Zunächst erlebt der Schamane die Berufung als schwere Krankheit, die äußerlich wie ein Koma wirkt, mit Fieber und Schweißausbrüchen. Hierbei erlebt der künftige Schamane seine erste Jenseitsreise, die ihm anzeigt, dass er von nun an zum Schamanen berufen ist. Nach seiner Rückkehr aus dem Jenseits wird er von einem erfahrenen Schamanen in seine Tätigkeit eingeführt. Von diesem erfahrenen Schamanen bekommt er beispielsweise Schutz- und Hilfserscheinungen zur Seite gestellt, die oft in Form von Tieren wie Büffeln oder Rentieren symbolisiert sind.
Schamanen heute
Schamanismus lebt heute in vielen Naturvölkern fort, auch haben sich zahlreiche Alternativmediziner und Heiler schamanistische Praktiken angeeignet, um durch seelische Probleme ausgelöste Leiden zu heilen. Wussten Sie, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgrund guter Heilerfolge schon 1980 dem Schamanismus in der Behandlung psychosomatischer Krankheiten offiziell die selbe Bedeutung zugemessen hat wie der westlichen Medizin?
Wenn Sie mehr über dieses spannende Thema erfahren möchten, besuchen Sie die Website http://www.schamanismus-information.de/ .
[Wir danken der Schamanin Annita für die redaktionelle Unterstützung!]