Nehmen Sie dieses Geschenk an?Die vier der Kelche steht für das ?Jein? als Antwort, Seite 1/5 |
Ein Vergleich der zahlreichen modernen Tarotdecks fördert zuweilen erstaunlich unterschiedliche Auffassungen ihrer Schöpfer zu Tage. Auch Arthur Edward Waite und Aleister Crowley, die Väter der beiden heute wohl populärsten Decks, waren über die Bedeutung der einzelnen Karten durchaus nicht einer Meinung, obwohl ihre Sicht des Tarots auf die gleiche esoterische Schule zurückging. Am augenfälligsten wird dies bei den von Waite und Crowley selbst entworfenen kleinen Arkana und hier wohl besonders bei den Zahlenkarten.Die ursprünglichen Zahlenkarten, etwa im Marseiller Tarot, trugen bekanntermaßen lediglich das Farbsymbol in entsprechender Anzahl und waren meist mit Blattwerk und Ranken verziert. Waite war der Erste, der seine Zahlenkarten mit szenischen Darstellungen versah, die den Inhalt der Karten veranschaulichen sollten. Crowley, der diese bildhafte Illustration ablehnte, wählte seinerseits Symbole aus verschiedensten Kulturkreisen, Farben sowie astrologische und alchemistische Bezüge, um seine Sicht auszudrücken. So entstanden Bilder mit zum Teil sehr unterschiedlichen Sinngehalten. Die Karte 4 Kelche ist ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür, wie unterschiedlich manche Karten in den beiden „klassischen“ Tarotdecks gesehen und empfunden werden können.